Mit der MS Artania von Asien nach Arabien

MS Artania 2016 Mumbai

Kurzbeschreibung: Kreuzfahrt von Singapur nach Dubai

Reisezeitraum: 4. – 18. April 2016

Start in: Singapur

Reiseziel: Dubai

Besuchte Länder: Singapur, Malaysia, Indonesien, Sri Lanka, Indien, Oman, VAE

Besuchte Orte: Singapur, Lankawi, Pulau Weh, Thiruvananthapuram (Trivandrum), Mumbai, Khasab, Dubai

Art der Reise: Kreuzfahrt

Veranstalter: Phoenix Reisen GmbH

Verkehrsmittel: Kreuzfahrtschiff MS Artania

 

 

Beschreibung:

Unsere Ankunft am Flughafen Singapur am Nachmittag bot die zeitliche Möglichkeit einer Stadtrundfahrt mit Fotostopps an der Marina Bay und im chinesischen Viertel. Angenehm, daß die Besichtigung gleich mit dem Transfer vom Airport zum Schiff verbunden war und von einer versierten Reiseleiterin begleitet wurde.

 

 

 

 

Der folgende Seetag gab genügend Zeit, sich vom 12-stündigen Hinflug zu erholen und das Schiff sowie das Angebot an Bord zu erkunden. Die Kabine war von angemessener Größe und wurde beim letzten Werftaufenthalt der MS Artania vollständig erneuert. Der Bad-/Toilettenraum war mit einer geräumigen und höhengleichen Dusche modern und funktional gestaltet. Das Schiff befindet sich in einem optisch sehr attraktiven Zustand und nach der umfänglichen Erneuerung des Schiffes Ende 2014 gilt das wohl auch für den technischen Zustand. Persönlich gefallen haben die achtern gelegenen Außendecks. In der Phoenix-Bar oder der Phoenix-Lounge ließen sich kühle Drinks bei tropischen Nächten wunderbar genießen.

Lankawi bietet insbesondere schöne Strände und Bademöglichkeiten sowie die Seilbahnfahrt auf einen der höchsten Berge der Hauptinsel mit schönem Ausblick und „Sky Walk“, einer in Gipfelnähe angelegten künstlichen Fußgängerbrücke mit gleichermaßen interessantem Panorama. Wir entschieden uns für eine von Phoenix organisierte Bootsfahrt zu einem Naturschutzgebiet mit Süßwassersee (Dayang Bunting Lake) und anschließendem Strandbesuch auf einer weiteren Nachbarinsel (Pulau Singa Besar). Der Fußweg zum Süßwassersee war mit weniger als einem Kilometer nicht sehr lang, aber durch das tropische Klima und die zu überwindenden – teilweise steilen Treppen – durchaus eine gewisse Herausforderung für manche Teilnehmer. Auf der „Badeinsel“ empfing uns eine Horde Affen in der Hoffnung auf Essbares und Getränke. Der achtlos abgelegte Rucksack einer Phoenix-Reisebegleiterin wurde erst einmal einer gründlichen „Inspektion“ durch die Affenbande unterzogen und alles Brauchbare wechselte an dieser Stelle den Besitzer.

 

 

Am frühen Morgen des Folgetages lief die MS Artania Sebang auf der indonesischen Insel Pulau Weh an. Der Besuch eines solchen Schiffes war ein besonderes Ereignis für die kleine Insel. Soviel Verkehr auf der Küstenstraße hin zum Anleger gibt es wohl sonst nicht und im Nu waren kleine Verkaufsstände auf dem Kai eröffnet und auf der kleinen benachbarten Bühne spielten während unseres gesamten Aufenthaltes ohne Pause verschiedene lokale Bands. Freundlich wurde das Schiff am Abend von den Inselbewohnern verabschiedet.

 

 

Zwei Seetage lagen hinter uns als am frühen Morgen Colombo auf Sri Lanka in Sicht kam. In unmittelbarer Nähe des Stadtzentrums legte unser Schiff an und wie von einem kleinen Aussichtsturm konnten wir von den oberen Decks eine erste Besichtigung der Stadt vornehmen.

Von den angebotenen Ausflügen nutzten wir die Möglichkeit zu einem etwas genauerem Blick auf die Stadt Colombo. Der Bus brachte uns zu den verschiedenen Sehenswürdigkeiten der Stadt. Fotostopps an interessanten Sehenswürdigkeiten waren enthalten, die zu Fuß zurückzulegenden Wege waren ausnahmslos sehr kurz.

Bei einem besonders schönen Sonnenuntergang konnten wir uns von Sri Lanka verabschieden.

 

 

Thiruvananthapuram (Personen des Phoenix-Teams konnten das sogar wiederholt fehlerfrei aussprechen) erreichten wir am frühen Morgen. Der Fischereihafen südwestlich der Stadt bietet keine Anlegemöglichkeit für ein Schiff unserer Größenordnung und so wurde der Landgang über Tenderboote realisiert. Auch hier hatten sich viele Einheimische eingefunden, um einen prüfenden Blick auf uns zu werfen. Da unser Ausflugsbus bereits wartete leider nur ein kurzer Moment, um einige Fotos der für uns exotisch gekleideten Menschen aufzunehmen.

Besichtigt wurde die größte Sehenswürdigkeit „Trivandrums“, der Sree Padmanabhaswamy Temple sowie das direkt benachbarte Museum im Maharaja Swathi Thirunal Palace. Das Innere des Tempels darf ausschließlich von Hindus männlichen Geschlechts in traditioneller Kleidung (Dhoti) betreten werden. Lediglich bis an den Eingang des heiligen Bereiches wurden wir vorgelassen. Der Tempel war streng bewacht. Grund neben den allgemeinen Sicherheitsvorkehrungen für Tempelanlagen und viel besuchte Gebäude in Indien ist der kurios anmutende Fund eines Tempelschatzes im Jahr 2011:

„Nachdem die Königsfamilie von Travancore, in deren Besitz der Tempel zuvor gewesen war, nicht mehr für den Unterhalt des Heiligtums aufkommen konnte, ordnete das Oberste Gericht in Neu-Delhi 2011 gegen den Widerstand der Königsfamilie die Übergabe des Tempels an den Bundesstaat Kerala an. Bei einer darauf folgenden Inventur wurden am 30. Juni 2011 in seit mindestens 130 Jahren verschlossenen Kellerräumen große Mengen Diamanten, Rubine, Smaragde, 536 Kilogramm Goldmünzen aus dem 18. Jahrhundert sowie zahlreiche Artefakte gefunden. Nach ersten Schätzungen beträgt alleine der Material-Wert über 15 Milliarden Euro. Die indische Regierung hat vorerst zwei Dutzend Polizisten abgestellt, um den Tempel rund um die Uhr bewachen zu lassen. Oommen Chandy, der Chief Minister Keralas, ließ verlauten, dass der Bundesstaat keine Ansprüche auf die Fundstücke erhebe, die nach seiner Meinung Eigentum des Tempels seien. Nach der Bestandsaufnahme und Bestimmung des Gesamtwertes (u.a. wurden zwei weitere Kammern bisher noch nicht geöffnet), was nach Expertenmeinung noch Monate dauern wird, wird das Oberste Gericht von Indien bestimmen, was mit dem Tempelschatz geschehen soll.“

(Quelle: Wikipedia.de)

Das Museum im ehemaligen Palast der Königsfamilie von Travancore, der Maharaja Swathi Thirunal Palace, wurde gleich im Anschluß besichtigt. Das Gebäude selbst ist sehr interessant mit den abwechslungsreichen Decken in den verschiedenen Räumlichkeiten sowie den geschnitzten Pferdeköpfen an der Außenseite. Die Exponate selbst machten einen etwas vernachlässigten Eindruck und die Präsentation wurde ihrer Bedeutung nicht gerecht.

Der Besuch im Napier Museum ganz in der Nähe gab Gelegenheit historische Fundstücke, darunter ein enorm großer hölzerner Tempelwagen und eine große Anzahl von Bronzestatuen zu betrachten. Besonders gefiel aber das Gebäude selbst aus dem Jahr 1885 mit seiner Mischung von abendländischer und orientalischer Architektur.

 

 

Ein Seetag auf dem Weg nach Mumbai tat uns gut, um die vielfältigen Eindrücke aus dem so widersprüchlichen Indien gedanklich zu verarbeiten.

Am Morgen des folgenden Tages zeigte sich durch den Dunst über der Bucht mit zunehmender Intensität die beeindruckende Skyline von Mumbai. Durch ein Gewimmel von Booten und Schiffen unterschiedlichster Art und vorbei an einer ganzen Reihe von Schiffen der Marine legte die MS Artania am Kreuzfahrtterminal im Hafen der Stadt an. Zwei Tage für Besichtigungen von Mumbai und Umgebung stehen zur Verfügung. Unsere Entscheidung zur Lichterfahrt per Bus war gut, um einen ersten Eindruck von der Größe und den wichtigsten Sehenswürdigkeiten zu erhalten.

Bei einem weiteren Busausflug beginnend am frühen Morgen des Folgetages sah die Stadt dann wieder ganz anders aus und noch viel lebhafter als am Abend zuvor. Neben den bekannten Sehenswürdigkeiten konnten wir einen Blick in eine der traditionellen Wäschereien werfen, wo in alter Weise in aufreibender, schwerer Handarbeit für die jeweiligen Auftraggeber gewaschen wird.

Am nördlichen Ende von Mumbai liegt der ausgedehnte Sanjay Ghandi Nationalpark. Wie schön, nach Staub und Lärm der Stadt das frische Grün der Bäume zu sehen. Die schmale Straße durch den Park führt zu den Kanheri Höhlen. Die über 100 Höhlen wurden von buddhistischen Mönchen aus dem basaltischen Fels herausgearbeitet. Entstanden sind sie beginnend im Zeitfenster zwischen dem 1. Jahrhundert. v. Chr. und dem 3. Jahrhundert nach Chr. Eine ganz erstaunliche Leistung, welche sich auch heute noch in ihrer ursprünglichen Schönheit zeigt.

 

 

Zwei Seetage später haben wir den asiatischen Bereich weit hinter uns gelassen und die arabische Halbinsel liegt vor uns. In Khasab, ganz im Norden der omanischen Exklave Musandam gelegen, hat die MS Artania an der Pier des noch jungen Hafens festgemacht. Ein erster Blick von Deck aus zeigt die Dominanz der gewaltigen kahlen, hoch aufragenden Berge in diesem unmittelbar südlich der Straße von Hormus gelegenen Teil Arabiens. Wir ahnen, daß unsere gebuchte Jeepsafari am späten Nachmittag hinauf in diese felsige Landschaft völlig neue Eindrücke im Vergleich zu den bisherigen Exkursionen während dieser Reise bringen wird. Die großen Geländewagen sind fast neu, klimatisiert und recht komfortabel. Nachdem wir das scheinbar völlig neu gebaute Städtchen Khasab passiert haben verläßt der Jeep die ebenfalls wohl neue geteerte Hauptstraße und biegt auf eine unbefestigte Nebenstraße ab. Kurve um Kurve windet sich die Straße auf eine Höhe von 1500 Metern über dem Meeresspiegel. Auf dem Weg dorthin passieren wir Hochtäler mit zartem Grün und spärlicher Besiedelung. Ja, hin und wieder regnet es hier sagt uns der einheimische Fahrer auf Nachfrage. In der Nähe der dann entstehenden Flüsse reicht das Wasser für etwas Landwirtschaft und Ziegenhaltung. Oben angekommen bewundern wir die zahlreichen versteinerten Meeresbewohner im vor uns liegenden Felsgestein. Die Kraft der hier aneinander reibenden Erdplatten hat die Ablagerungen des Meeresbodens in langen, langen Jahren auf diese Höhen hinauf gehievt. Aber dafür hatten die Briten bei der Errichtung ihrer Radarstation hoch über uns auf dem Gipfel des benachbarten Berges wohl eher keinen Blick. Ihnen ging es in den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts um die Überwachung der strategisch so bedeutenden Straße von Hormus. In der Zwischenzeit wurde diese Station aber aufgegeben.

Ein Abstecher bei der Rückfahrt zu unserem Schiff führte zu einem Aussichtspunkt oberhalb des Meeres südöstlich von Khasab. Hier wurde klar, warum der Oman auch als „Norwegen Arabiens“ bezeichnet wird. Im Licht der letzten Sonnenstrahlen lag eine an Fjorde erinnernde Landschaft vor uns, wie gemalt ausschließlich unter Verwendung von Blau- und Brauntönen.

 

 

Früh am nächsten Morgen machte die MS Artania im Port Rashid Hafen von Dubai fest. Die Einfahrt hierher lohnte das frühe Aufstehen. Die Skyline der Stadt und dem mit einer Höhe von 828 Metern alles überragenden Burj Kalifa muß keinen Vergleich mit anderen Metropolen scheuen. Zum Glück liegt unsere heutige Abflugzeit in den späten Abendstunden, genügend Zeit also für eine mehr als halbtägige Stadtrundfahrt mit Stopps an den Top-Sehenswürdigkeiten Burj Al Arab, Jumeira Palm, Marina und zum Schluß Burj Kalifa und die angrenzende Dubai Mall.

Dinner und Sonnenuntergang genießen wir ein letztes Mal auf dieser Reise an Bord der MS Artania bevor es im Anschluß über Doha Richtung Frankfurt und somit zurück nach Hause geht.

 

 

 

Zusammenfassung:

Die Reise bot eine ausgewogene Mischung aus Tagen mit Besichtigungsprogramm und erholsamen Seetagen. Bei einer einzigen Reise sowohl in die asiatische wie auch die arabische Welt und Kultur eintauchen zu können machte den besonderen Reiz aus. Die MS Artania bot uns während dieser Zeit ein angenehmes Zuhause mit überaus freundlichem und hilfsbereitem Personal. Die Reisezeit empfanden wir für uns als ideal und eine gute Möglichkeit, dem unfreundlichen deutschen Wetter der letzten Wochen zu entkommen. Tropische Nächte im April erleben zu können hat seinen ganz besonderen Reiz.

Tipps:

MS Artania: Nach Hinweisen von Mitreisenden wurden beim letzten Werftaufenthalt der MS Artania nicht alle Kabinen renoviert und verfügen daher z. T. noch über Badewannen mit Duscheinrichtung. Für Personen mit Bewegungseinschränkungen lohnt sich eine entsprechende Nachfrage vor der Buchung. Wir beraten Sie gerne hierbei.

Lankawi: Die freilebenden Affen sind z. T. sehr aggressiv auf der Suche nach Nahrung, Keine persönlichen Gegenstände unbeaufsichtigt ablegen und Nahrungsmittel / Getränke nicht sichtbar mit sich herumtragen.

Sri Lanka: Der Tagesausflug mit dem Bus nach Kandy kann aufgrund der langen Fahrzeit recht beschwerlich sein. Aufgrund hohen Verkehrsaufkommens waren an unserem Besuchstag die Teilnehmer rund 12 Stunden unterwegs. „Sitzfleisch“ und Geduld sind daher dringend angeraten.

2 Gedanken zu „Mit der MS Artania von Asien nach Arabien

  1. absolut zutreffender Bericht, Schreibstil sachlich und ohne Theatralik, auf die wunderschönen Eindrücke beschränkt ohne „soziale Bewertungen“

  2. Eine sehr informative und interessante Reiseschilderung, welche sich zur Vorbereitung dieser Kreuzfahrt unbedingt empfehlen lässt. Untermalt wird der Bericht mit hervorragenden Fotoaufnahmen.
    Auch für Daheimgebliebene geeignet, die sich auf diese Art zumindest visuell in ferne Urlaubswelten begeben dürfen. Danke!

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